Novembertraining

Wiesbaden ist eine große Stadt, und je ortsunkundiger, desto größer. Ein Moloch, eine Anballung gleichförmiger Straßen, gleichförmiger wilhelminischer Wohnmonolithen, und um die Ecke die gleiche Straße nochmal. Jedenfalls im Dunkeln. Und so entwickelt sich im Stadtbus ein Dialog.

Körper: „Ich will ins Bett.“
Kopf: „Jetzt?“
Körper: „Es ist mitten in der Nacht.“
Kopf: „Es ist fünf Uhr. Nachmittags.“
Körper: „Es ist dunkel. Es ist mitten in der Nacht. Ich will ins Bett.“
Kopf: „Das geht jetzt nicht. Erst Training, dann Mampf. Dann Bett.“
Körper: motz
Kopf: „Jetzt reiß Dich mal zusammen!“
Körper: „Nein. Es ist zu dunkel und zu kalt und zu feucht, und ich will ins Bett. Nächste Woche bleiben wir daheim.“
Kopf: „Nein.“
Körper: „Warum?“
Kopf: „Weil Du genau weißt, wie es Dir anschließend geht, wenn Du einmal nicht dabei warst.“
Körper: „Gar nicht.“
Kopf: „Doch. Dann jammerst Du mir wieder drei Tage lang was vor, dass Du Muskelkater hast.“
Körper: „Gar nicht.“
Kopf: „Langt jetzt!“
Körper: „Es könnte regnen.“
Kopf: „Tut es aber nicht.“
Körper: „Ich will ins Bett.“
Kopf: „Ist jetzt Ruhe? Wir fahren jetzt ins Training, weil das Spaß macht. Und weil es danach was gutes zu Essen gibt.“
Körper: motz
Kopf: „Hab ich Recht?“
Körper: grummel
Kopf: „Hab ich Recht?“
Körper (kleinlaut): „Ja.“
Kopf: „Wird Zeit, dass Frühjahr wird!“

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